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Gibt es „gesunden“ Zucker für Diabetiker?

Haushaltszucker ist für Diabetiker zwar nicht mehr tabu, doch da er den Blutzucker stark ansteigen lässt und generell nicht gesund ist, sollten maximal 50 Gramm pro Tag verzehrt werden – das entspricht nicht einmal zwei gehäuften Teelöffeln. Vorsicht: Zucker kann auch unter folgenden Kennzeichnungen erscheinen: Glukosesirup, Glukose, Saccharose, Dextrose, Maltodextrin, Maltose, Laktose.

 

Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen, die zum Süßen besser geeignet sind als der gebräuchliche Haushaltszucker.

 

  • Zuckeraustauschstoffe bzw. Zuckeralkohole haben eine ähnliche Süßkraft wie Zucker, ihr Kaloriengehalt ist aber durchschnittlich um die Hälfte niedriger. Zuckeralkohole beeinflussen den Blutzuckerspiegel weniger als Zucker, weil sie für die Verstoffwechselung kein Insulin benötigen. Bei empfindlichen Menschen können aber Verdauungsstörungen wie Blähungen und Durchfall auftreten.

 

Zu diesen Zuckeraustauschstoffen gehören beispielsweise Sorbit, Erythrit und Xylit.

 

  • Erythrit hat etwa 3/4 der Süßkraft von Zucker und lässt sich überall anstelle von Zucker einsetzen.

 

  • Xylit wird auch „Birkenzucker“ genannt und kommt als natürliches Produkt in der Rinde von Buchen und Birken sowie in Obst und Gemüse vor. Xylit hat etwa die Hälfte der Kalorien im Vergleich zu Zucker und kann vielseitig als Ersatz für Haushaltszucker beim Kochen und Backen eingesetzt werden. In größeren Mengen kann Xylit Blähungen und Durchfälle verursachen. Hundebesitzer aufgepasst: Für Hunde ist Xylit tödlich!

 

  • Diabetiker können auch zu Isomaltulose greifen. Der Naturstoff lässt den Blutzucker Studiendaten zufolge wesentlich weniger steigen. Isomaltulose liefert allerdings genauso viele Kalorien wie andere Zuckerarten.

 

  • Aus den Blättern der Stevia-Pflanze lassen sich Süßstoffe mit hoch konzentrierter Süßkraft natürlichen Ursprungs gewinnen. Stevia-Süßstoffe werden als Pulver, Tabletten und in flüssiger Form angeboten. Wird Stevia zu hoch dosiert, kann der Geschmack aber bitter und lakritzartig werden. Beim Kochen und Backen kann Stevia deshalb nicht einfach gegen Haushaltszucker ausgetauscht werden.

 

  • Künstliche Süßstoffe übertreffen die Süßkraft von Zucker deutlich, sind kalorienfrei und enthalten keine Kohlenhydrate. Sie haben auch keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Allerdings mögen viele den typischen Nach- bzw. Beigeschmack nicht. Zudem eignen sie sich meist nicht zum Kochen und Backen.

 

  • Tagatose ist ein natürlicher Zuckerersatz, der sich wegen seines niedrigen glykämischen Index‘ nur wenig auf den Blutzucker auswirkt. Tagatose hat die doppelte Süßkraft von Zucker, sodass nur die halbe Menge benötigt wird, und kann zum Süßen, Kochen und Backen eingesetzt werden.

 

  • Bei Frucht-Dicksäften handelt es sich um stark konzentrierten, zähflüssigen Saft aus Äpfeln oder Birnen. Wegen des hohen Fruktosegehalts sind sie als Süßungsmittel bei Diabetes jedoch nicht empfehlenswert.

 

Bitte beachten: Auch natürliche Süßungsmittel sind oft kalorienreich. Wird davon mehr verwendet, weil es sich um eine gesündere Alternative handelt, macht sich das in Form überflüssiger Pfunde bemerkbar. In Maßen süßen und ausreichend Bewegung sind deshalb wichtig.

 

 

 

 

 

 

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