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Die Zucker-Pandemie – Diabetes ist weiter auf dem Vormarsch

Früher waren Pandemien wie die Pest eine Bedrohung für die Menschheit. Im heutigen Europa ist nun Diabetes mellitus neben Übergewicht und Fettsucht eine bedeutsame Pandemie. Im europäischen Raum leiden mehr als 60 Millionen Menschen an der „Zuckerkrankheit“, und es wird angenommen, dass diese Zahl bis 2030 weiter auf 100 Millionen ansteigen wird. Damit ist Diabetes die Volkskrankheit Nummer 1, was zum Begriff „Diabetes-Pandemie“ geführt hat.

 

Aktuelle Daten zur weltweiten Entwicklung von Diabetes, die die Internationale Diabetes-Föderation alle zwei Jahre veröffentlicht, zeigen, dass die Zahl der Diabetiker weltweit generell stark ansteigt. Bis zum Jahr 2045 sollen 700 Millionen Menschen von Diabetes betroffen sein. In Deutschland wird die Zahl der an Typ-2-Diabetes erkrankten Personen laut nationalem Gesundheitsbericht auf 6,7 Millionen geschätzt.

 

Schon vor der Diagnose krank

Experten gehen davon aus, dass die Zahl der unerkannten Diabetes-Erkrankungen sogar vermutlich viel höher ist als bislang angenommen, denn viele wissen nicht einmal, dass sie an Diabetes leiden. Der Zeitpunkt, an dem die Diagnose gestellt wird, ist daher nicht gleichzeitig auch der Beginn der Erkrankung, da Typ-2-Diabetes häufig zunächst keine Symptome zeigt und die Erkrankung erst drei bis fünf Jahre nach ihrer Entstehung diagnostiziert wird.

 

Je länger Diabetes unbemerkt und damit unbehandelt bleibt, desto gravierender und häufiger treten mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen wie Bluthochdruck, Schlaganfall, Stoffwechselstörungen, Erblindung, Nierenerkrankungen, Herzinfarkt und Amputationen auf.

 

Westlicher Lebensstil als Ursache

Dass immer mehr Menschen in allen Altersgruppen an Typ-2-Diabetes erkranken, ist überwiegend auf die Ausbreitung lebensstilbedingter Risikofaktoren zurückzuführen. Insbesondere grundsätzlich veränderbare Risikofaktoren wie Übergewicht und Fettsucht (Adipositas), ungesunde Ernährung mit Softdrinks und Fast Food sowie Bewegungsmangel sind zum Großteil dafür verantwortlich. Nicht veränderbare Risikofaktoren, wie etwa die Bevölkerungsalterung und die erhöhte Lebenserwartung, sind dagegen nur zu etwa 20 Prozent die Ursache für Diabetes.

 

Sonderabgaben für gesüßte Getränke gefordert

Der Verband der Kinder- und Jugendärzte, die Deutsche Diabetesgesellschaft und die Verbraucherschutzorganisation haben sich bereits 2017 in einem offenen Brief „Ärzte und medizinisches Personal gegen Fehlernährung“ an die Bundesregierung gewandt, denn sie sind der Meinung, dass ohne das Eingreifen der Politik eine Diabetes-Epidemie/Pandemie nicht gestoppt werden kann. Da gerade auch der regelmäßige Konsum von gesüßten Getränken das Risiko für die Entstehung von Übergewicht und Diabetes erhöht, werden „Sonderabgaben/-steuern für gesüßte Getränke und Beschränkungen der an Kinder gerichteten Werbung für Lebensmittel mit einem unausgewogenen Nährstoffprofil“ gefordert, um vor der Entwicklung von Diabetes zu schützen.

 

Was ist eine Pandemie?

Während eine Epidemie ein gehäuftes Auftreten einer Krankheit innerhalb einer bestimmten Region oder Bevölkerung bedeutet, wie z.B. Cholera, aber auch nicht ansteckende Krankheiten wie Übergewicht, ist eine Pandemie nicht örtlich beschränkt, sondern über Länder und Kontinente verteilt, wie z.B. die Grippe.

 

 

 

 

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