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Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes tritt ausschließlich in der Schwangerschaft auf und führt zu Störungen im Glukosestoffwechsel. In Deutschland liegt der Anteil der Schwangeren mit dieser Erkrankung bei 4 bis 6 Prozent – mit steigender Tendenz. Durch einen oralen Glukose-Toleranztest (Zuckerbelastungstest) ist eine rechtzeitige Diagnose möglich, sodass Komplikationen und Spätfolgen verhindert werden können.

Schwangerschaftsdiabetes zählt zu den häufigsten schwangerschaftsbedingten Erkrankungen. Vor allem übergewichtige Frauen haben ein hohes Risiko, Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln.

 

Folgen eines Schwangerschaftsdiabetes

Auslöser der Krankheit ist der in der Schwangerschaft veränderte Stoffwechsel mit erhöhtem Insulinbedarf. Die vermehrte Ausschüttung bestimmter Hormone während der Schwangerschaft, wie z. B. Cortison oder Östrogen, führt zu einer zunehmenden Insulinresistenz. Wird der erhöhte Bedarf an Insulin nicht durch eine erhöhte Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldrüse ausgeglichen, treten in der Folge erhöhte Blutglukosewerte auf.

Ist der Blutzucker der werdenden Mutter über längere Zeit zu hoch, wird das Ungeborene mit zu viel Zucker versorgt. Dadurch steigert es die eigene Insulinproduktion und wird deutlich schwerer und größer.

Das Risiko für Komplikationen bei der Entbindung oder einen Kaiserschnitt steigt. Außerdem kann das Kind Fehlbildungen am Herzen und durch eine Unterzuckerung nach der Geburt später Verhaltensstörungen und psychomotorische Auffälligkeiten entwickeln. Kinder, deren Mütter an Schwangerschaftsdiabetes litten, werden später selbst oft zuckerkrank. Auch die Mütter sind gefährdet: Durch Schwangerschaftsdiabetes kommt es häufiger zu Bluthochdruck mit Ödemen, Nierenproblemen und der Neigung zu Krampfanfällen.

 

Vorbeugen durch Testung und gesunden Lebensstil

Aufgrund der genannten möglichen  Komplikationen werden Schwangere zwischen der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche auf das Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes untersucht, Frauen mit erhöhtem Risiko durch Alter über  35 Jahren oder Übergewicht bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel. Seit 2012 wird in Deutschland ein Screening durch Glukose-Toleranztests empfohlen, dies wurde auch in die Mutterschaftsrichtlinie aufgenommen.

Da Bewegungsmangel und eine andauernde hyperkalorische Ernährung bei der Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes eine wesentliche Rolle spielen, werden eine gesunde Ernährung und sportliche Aktivitäten grundsätzlich bereits vor der Schwangerschaft empfohlen. Die zusätzliche Energieaufnahme normalgewichtiger Frauen sollte während der Schwangerschaft nicht mehr als 200 bis 300 kcal/Tag betragen.

Obwohl sich der Blutzuckerstoffwechsel nach der  Geburt in der Regel wieder normalisiert, ist das Diabetesrisiko anschließend erhöht. So wird bei jeder zweiten Frau mit Schwangerschaftsdiabetes innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Daher wird nach der Geburt sowie nach acht und zwölf Wochen erneut ein Zuckerbelastungstest durchgeführt. Bei normalen Werten erfolgen weitere Kontrollen in zweijährigen Abständen.

 

 

 

 

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