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Risikofaktor Übergewicht

Der Anteil der Menschen mit Übergewicht oder Adipositas (Fettleibigkeit) steigt weltweit deutlich. In Deutschland sind 64 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen zu dick. 20 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer gelten als fettleibig.

 

Dies kann ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Übergewicht (Body Mass Index = BMI > 25 kg/m²) und Fettleibigkeit (BMI > 30 kg/m²) das Auftreten von Typ-2-Diabetes begünstigen. So verzehnfacht sich die Häufigkeit von Diabetes ab einem BMI > 30 kg/m2 im Vergleich mit Normalgewichtigen. Die Entwicklung eines Diabetes wird dabei von dem Ausmaß und der Dauer der Adipositas beeinflusst. Zudem ist Bewegungsmangel ein anerkannter Risikofaktor für Typ-2-Diabetes.

 

Die Zunahme von Übergewicht, Adipositas und Typ-2-Diabetes in den letzten Jahrzehnten ist vor allem eine Folge der Veränderungen der Umwelt und der Lebensgewohnheiten ist. Die ständige Verfügbarkeit des Lebensmittelangebots haben die Essgewohnheiten enorm verändert und fördern eine Überkonsumierung. Hoher Zuckerkonsum, Erhöhung der Portionsgrößen für Lebensmittel und Mahlzeiten tragen ebenfalls dazu bei.

 

Neben dem BMI ist auch der Taillenumfang als Maß für das Bauchfett ein guter Indikator für das Diabetesrisiko. Bei einem Taillenumfang > 88 cm bei Frauen bzw. > 102 cm bei Männern liegt eine bauchbetonte (abdominale) Adipositas vor. Bei Personen mit BMI > 25 kg/m² sollte daher stets der Taillenumfang gemessen werden.

 

Entscheidend sind gesunde Ernährung und Bewegung

Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes kann man das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, durch Änderungen des Lebensstils beeinflussen, insbesondere durch Gewichtsreduktion. Dabei reicht bereits eine geringe Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Kilogramm aus, um das Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln, um 60 bis 70 Prozent zu senken. Somit sind bei der Behandlung – und insbesondere auch bei der Prävention - von Diabetes eine gesunde, ausgewogene, kalorienreduzierte Ernährung und viel Bewegung entscheidend.

 

Sport und eine gesunde Lebensführung sind demnach die wesentlichen Faktoren um vor Diabetes zu schützen. Allein durch Erhöhung der körperlichen Aktivität kann das Diabetesrisiko um rund 30 Prozent gesenkt werden. 30 Minuten am Tag sind ideal. Bewegung senkt den Blutzuckerspiegel und verringert die Insulinresistenz. Mit regelmäßigem Training lassen sich zudem die Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse und die Gefahr von Folgeerkrankungen verzögern bzw. verhindern. Besonders günstig ist Ausdauersport. Vor und nach dem Sport sollte der Blutzucker kontrolliert werden, und ein Gesundheits-Check beim Arzt ist Voraussetzung, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

 

Adipositas und Diabetes sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Auch wenn Übergewicht bei der Entstehung von Diabetes eine zentrale Rolle spielt, erkrankt jedoch nicht jeder Übergewichtige automatisch an Diabetes – natürlich ist es dennoch wichtig, auf ein normales Körpergewicht zu achten.

 

 

 

 

 

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