Eine Woche im Leben eines Boulevardjournalisten

Dr. Karl Schmied, 62, ist verliebt. In Sonja aus Moldawien. Weil die Zukunft verheißungsvoll ist, schaut der Boulevardjournalist und studierte Historiker in Livia Klingls Roman „Der Lügenpresser“ (Verlag Kremayr & Scheriau) in die Vergangenheit zurück. Aus kleinen Verhältnissen stammend, hat er etwas aus sich und seinem Leben gemacht. Mit vielen Veränderungen im Land ist er durchaus zufrieden, aber dass man keinen „Mohr im Hemd“ mehr bestellen darf und gleichgeschlechtliche Paare jetzt auch noch heiraten wollen, geht ihm dann doch zu weit. EU, Migranten, Flüchtlinge, Roboterisierung, Social Media, die Krise der Politik und der Zeitungen: Karl Schmied sieht schwarz für die Zukunft. In seinem kleinen Kosmos fühlt er sich aber durchaus wohl. Bis zwei unerwartete Nachrichten sein sorgfältig zurechtgezimmertes Selbstbild krachend zum Einsturz bringen – worauf der vermeintlich Besonnene zu einem drastischen Mittel greift.

Mit spitzer Feder und hintersinnigem Witz taucht Livia Klingl in ihrem ersten Roman tief in die österreichische Seele ein. Sie schickt Karl Schmied auf eine Reise durch das Gestern, das Heute und das zu erwartende Morgen und entlarvt einen Menschen, der wie so viele andere auch das Gefühl hat, aus dieser unberechenbaren Zeit gefallen zu sein.

„Wenn ich ehrlich bin, hat mir der Biss gefehlt. Ich war kein richtiger Duckmäuser, aber ein Draufgänger war ich auch nicht. Doch mit ein bisserl Anpassung kommt man auch so durchs Leben.“


Livia Klingl
Der Lügenpresser
Oder: Wie ich lernte, die Weltmacht zu lieben
Roman
Kremayr & Scheriau
192 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
Hardcover, Schutzumschlag
ISBN 978-3-218-01107-5
€ (A, D) 22
Auch als E-Book erhältlich

 

 

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