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Ernährung und Verdauung im Alter

Die Nahrungsaufnahme ist die Hauptquelle, aus der der Körper all jene Nährstoffe gewinnt, die ein gesunder Organismus benötigt. Generell sollte daher immer auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost geachtet werden – auch im Alter.

 

Worauf müssen Senioren achten?

Ab dem vierten Lebensjahrzehnt durchläuft der Körper jedoch eine lang anhaltende Umstellungsphase. So benötigt er vor allem immer weniger Energie. Diese Reduktion des Grundbedarfs hält bis ins hohe Alter an. Ab dem 55. Lebensjahr beträgt sie rund 8 Prozent alle zehn Jahre. Dennoch benötigt der Organismus noch immer dieselbe Menge an Nährstoffen. Daher sollten Senioren vermehrt auf Lebensmittel mit einer möglichst hohen Nährstoff- und gleichzeitig geringer Energiedichte achten, z.B. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte sowie magere Milchprodukte. Außerdem sollte Fisch gegenüber Fleisch der Vorzug gegeben werden. Besonders wichtig ist auch die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, denn mit dem Alter lässt häufig auch das Durstempfinden nach. Eineinhalb Liter sollten es am Tag in jedem Fall sein.

Einen guten Richtwert für eine allgemein gesunde Nährstoffversorgung bieten die sogenannten D-A-CH-Referenzwerte, die gemeinsam von Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgegeben werden.

 

Eine gesunde Verdauung hängt von vielen Faktoren ab

Ein Problem ist die Überlastung des Magen-Darm-Trakts mit zu großen Mengen oder zu fettigen Speisen. Daher sollten die drei Hauptmahlzeiten nicht zu üppig ausfallen und mit zwei bis drei Nebenmahlzeiten aufgelockert werden. Rohkost kann im Alter jedoch zunehmend Probleme bereiten, entweder wegen der Konsistenz und einem abnehmenden Kauvermögen oder aufgrund der schlechteren Bekömmlichkeit. Daher ist es manchmal von Vorteil, rohes Gemüse und Obst entweder sehr klein zu schneiden bzw. zu reiben oder es kurz zu blanchieren bzw. zu dünsten. Eventuell kann es danach noch püriert werden. So bleibt ein großer Teil der Nährstoffe erhalten. Verdauungsprobleme können aber auch organische Ursachen haben. So ist die Dehnbarkeit des Magens im Alter vermindert, wodurch schneller ein Sättigungsgefühl eintritt. Außerdem lässt die Muskelleistung auch der Darmwand nach, was gerade in Verbindung mit Bewegungsmangel zu Verstopfung führen kann. Zur Vorbeugung eignen sich sowohl ausreichend Ballaststoffe als auch gezielte Gymnastikübungen. Abführmittel sollten – wenn überhaupt – nur kurz angewendet werden. Durchfall rührt hingegen häufig von einer Überlastung des Magen-Darm-Traktes oder bestimmten Medikamenten her. Hier lohnt neben der Entlastung durch weniger und bekömmlichere Speisen meist ein Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker, ob es zu einem bestimmten Medikament schonendere Alternativen gibt.

 

Essen ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für den Geist

Eines darf man aber nicht vergessen: Essen hat auch eine wichtige soziale Komponente. Generell sollten die Mahlzeiten eine möglichst wichtige Stellung innerhalb des Tagesgeschehens einnehmen. So können sie einerseits dem Tag Struktur geben, andererseits zum geselligen Miteinander einladen und die älteren Menschen sozial verankern.

 

 

 

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