©Didier-Sibourg_AdobeStock

 

Berühmte Heilbäder:  Vichy

Wellness im Land der Vulkane

 

Die Auvergne gilt als das „grüne Herz“ Frankreichs. Geprägt wird die Region von der größten Vulkankette Europas, den Puys, deren Gipfel sich wie auf einer Perlenkette aufgereiht auf mehr als 60 Kilometern von Norden nach Süden erstrecken. Und von der Stadt Vichy, dem berühmtesten Heilbad Frankreichs! Mit etwas mehr als 25.000 Einwohnern ist Vichy zwar die zweitgrößte Stadt im Département Allier, vom Trubel und der Hektik einer Metropole ist man dort aber weit entfernt. Auch deshalb empfängt die Stadt jedes Jahr ihre vielen Kurgäste.

 

Aus 4.000 Metern Tiefe strömt das Wasser der Heilquellen der Auvergne durch Vulkangestein ans Tageslicht. Von den insgesamt zwölf Quellen, die auf dem Stadtgebiet sprudeln, werden heute aber nur noch sechs genutzt. Darunter sind jeweils drei warme Quellen über 30 Grad und drei kalte unter 30 Grad. Das Wasser all dieser Quellen enthält Kohlensäure und gilt daher als Säuerling. Durch die 15 enthaltenen natürlichen Mineralien soll es bei Stoffwechselstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Leber- und Gallenblasenerkrankungen sowie bei Krankheiten der Harnwege Linderung verschaffen.

 

 

Die Königin der Kurbäder

Schon die Kelten wussten um die heißen Quellen der Region und verehrten sie. Offiziell wurde Vichy aber erst von den Römern gegründet. Damals hieß die Siedlung –wie so viele kleine Siedlungen, die wegen des dort an die Oberfläche sprudelnden Wassers errichtet wurden – Aquae Calidae, also „warme Quellen“. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts pilgerten besonders Adlige hierher, um sich von allerlei großen und kleinen Leiden heilen zu lassen. Prägend für das moderne Vichy war die Regentschaft Napoléon III., Neffe des berühmt-berüchtigten Napoléon Bonaparte. Unter seiner Ägide entwickelte sich Vichy nicht nur zum Treffpunkt der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Elite Europas, sondern erhielt durch zahlreiche neue Villen, Chalets, Boulevards und Parks nach englischem Vorbild auch jenes Stadtbild, das heute noch einen Teil des Charmes der Stadt ausmacht.

 

 

Aus dem Feuer von einst

Doch auch über die Stadt hinaus hat die Auvergne einiges zu bieten. Über Jahrmillionen wurde die Region vom Vulkanismus geprägt. Erst vor einigen tausend Jahren kehrte endlich Ruhe ein. Heute zeugen die Krater, Kegel, Kuppeln und Maare von mehr als achtzig Vulkanen von der turbulenten Vergangenheit. Der fruchtbare Boden hat prächtige Wälder aufschießen lassen, die kristallklare Kraterseen und Hochmoore umschließen. Unter Wanderern und Geologen ist die Auvergne ein ebenso lohnendes wie auch faszinierendes Reiseziel. Der schönste und bekannteste Vulkan der Region ist wohl unbestreitbar der Puy de Dôme. Etwas mehr als 50 Kilometer Luftlinie von Vichy entfernt, erhebt er sich 1.465 Meter in die Höhe und lockt jedes Jahr rund 450.000 Besucher an. Es ist hier oben, dass man wirklich spürt, aus welchem Boden das heilende Wasser der Auvergne strömt.

 

 

 

Startseite