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Berühmte Heilbäder
San Pellegrino – Zwischen Schlafen und Wachen ...

Viele Kurorte wandeln derzeit zwischen den Welten: zwischen einstiger Grandezza und zukünftiger Grandeur. Doch kein Ort spiegelt diesen Schwebezustand besser wider als San Pellegrino Terme. Wenige Kilometer nördlich von Bergamo liegt San Pelegrì inmitten des Brembana-Tals. Im Jahr 2007 wurde hier der Entschluss gefasst, an den alten Glanz anzuknüpfen und San Pellegrino Terme wieder als Spa- und Erholungsort der Spitzenklasse zu etablieren. Heute ist die knapp 5.000 Einwohner zählende Gemeinde der wohl jüngste, alte Kurort Europas.

 

San Pellegrino Terme wäre ohne die Vision eines Mannes niemals zum Kurort geworden. Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte der Mailänder Rechtsanwalt Cesare Mazzoni die beiden alten Thermalbäder und legte sie zusammen. Seine Idee: San Pellegrino Terme sollte zum bedeutendsten Kurort Italiens aufsteigen. Dieses hochgesteckte Ziel verfolgte er voller Hingabe. Herzstück sollten ein Grand Hotel und ein Casino werden. Und die Kombination von herrschaftlichem Ambiente, Glücksspiel und Erholung tat ihre Wirkung. Europas Hochadel und gut betuchtes Bürgertum erhoben San Pellegrino in den Stand eines mondänen Kurortes. Doch schon bald nach Mazzonis Tod verblasste der Glanz und der Verfall setzte ein.

 

Aufbruchsstimmung im Brembana-Tal

Knapp hundert Jahre nach seiner Blütezeit wurde damit begonnen, San Pellegrino Terme allmählich aus seinem Dornröschen-Schlaf zu wecken. Der Tourismus soll wieder Einzug halten, die Stadt nicht nur Tagesgäste anlocken, sondern zum Verweilen einladen. Und sie ist auf einem guten Weg. Wenn alles nach Plan läuft, wird San Pellegrino Terme bis Ende 2018 wieder in altem Glanz erstrahlen. Der Anfang ist jedenfalls schon gemacht: Direkt neben dem alten Casino wurde die QC Terme San Pellegrino eröffnet, ein Spa der Extraklasse. Hier verschmelzen die prunkvollen Kolonnaden und Deckenfresken von einst mit den klaren Linien moderner Architektur. In diesem einzigartigen Umfeld entspannen die Gäste bei über 30 Spa-Anwendungen und dem Ausblick über die Perle des Brembana-Tals sowie dem Bergpanorama der Lombardei.

 

Kostbar wie geschmolzene Diamanten

Neben seiner Vision für den Ort hatte Cesare Mazzoni noch ein weiteres, nicht minder ambitioniertes Ziel: das Mineralwasser des Ortes zu Weltruhm führen. So legte er 1899 den Grundstein für die spätere Marke S.Pellegrino, das Wasser in der grünen Flasche mit dem roten Stern auf dem blassblauen Etikett. Und er hatte Erfolg: Als in einer eisigen Nacht im Jahr 1912 die RMS Titanic 300 Seemeilen südöstlich der Küste Neufundlands sank, gingen mit ihr auch über tausend Flaschen S.Pellegrino unter. Bestimmt waren diese Flaschen ausschließlich für die Passagiere der 1. Klasse. Und den Ruf des „Champagners unter den Mineralwässern“ hat San Pellegrino noch immer. Heute ist das Mineralwasser die Verkörperung einer Lebensart und Ausdruck der italienischen Geisteshaltung, der Italianità.

 

 

 

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