©vanGeo_AdobeStock

 

Berühmte Heilbäder: Marienbad

Eingebettet in das westböhmische Bäderdreieck Tschechiens liegt Marienbad, in der Landessprache Mariánské Lázně genannt. Bereits im 16. Jahrhundert erlangten die eisenhaltigen Kohlensäurequellen der Region Berühmtheit.

Über die Jahrhunderte festigte sich der Ruf Marienbads, sodass der Kurort einen ganzen Reigen klingender Namen anzog: Neben Goethe, Strauss und Wagner kurierten hier auch der englische König Edward VII., der österreichische Kaiser Franz Josef I., die Komponisten Chopin und Dvorak, der Psychologe Freud und die Schriftsteller Ibsen, Kafka, Gogol, Lessing und Twain ihre Leiden – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

 

Lebendige Geschichte

Marienbad gilt als „Perle des Bäderdreiecks“, das Karlsbad, Franzensbad und Marienbad umfasst. Diese „Perle“ liegt dann auch wie in einer Muschel eingebettet in einem waldreichen Tal. Die prunkvolle Hauptstraße wird von herrschaftlichen Villen gesäumt, die meist im Stil des Neoklassizismus erbaut und gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts, nach langer Zeit der Verwahrlosung, wieder hergerichtet wurden. Ein wahres Kleinod ist die im Jahr 1889 im pseudobarocken Stil erbaute, gusseiserne Maxim-Gorki-Kolonnade. Durchschreiten wir dieses einstige, aber noch immer beeindruckende Zentrum Marienbads nach Süden hin, werden wir zu ungeraden Stunden von den Klängen der „Singenden Fontäne“ empfangen – um 21 und 22 Uhr sogar inklusive Lichtprojektion und Effekten. Daneben können Gäste ein Museum, mehrere Kirchen und Kapellen, Pavillons und Denkmäler besuchen. Weitläufige Parkanlagen laden genauso zum Wandern ein wie die Wälder rings um den Ort. Und wer nach so vielen kulturellen und landschaftlichen Leckerbissen zur Abendstunde in eines der zahlreichen hochklassigen Restaurants einkehrt, kann sich dort an mindestens ebenso vielen kulinarischen Leckereien gütlich tun.

 

Wasser des Lebens

Die meisten Besucher kommen aber nicht hierher, um das zugegebenermaßen einzigartige Flair und den Charme erneuerter Grandezza zu genießen, sondern um Linderung ihrer Beschwerden zu erfahren. Mehr als 40 Heilquellen sprudeln im Stadtgebiet, darunter die weltbekannte Ambrosiusquelle, die Ferdinand- und die Karolinaquelle, die Kreuzquelle und die Waldquelle. Vor allem bei Nieren-, Herz-, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen, Atemwegsbeschwerden oder Schmerzen im Bewegungsapparat soll das Wasser, aber auch die Luft auf rund 600 Metern, eine heilende Wirkung entfalten. Unterschieden werden die Quellen in einfache kalte Säuerlinge, eisenhaltige Sauerbrunnen und glaubersalzhaltige Säuerlinge von alkalischer Fazies. Bei allen Anwendungen (getrunken, inhaliert oder darin gebadet) gilt immer, dass traditionelle Kurverfahren mit modernem, medizinischem Know-how und der heilsamen Wirkung des Quellwassers verbunden werden. So ist nicht nur die Stadt Marienbad, sondern auch der Kurort ein Sinnbild für die harmonische Verschmelzung von Altem und Neuem. 

 

 

 

Startseite