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Der Apotheken-Kurier-Leserservice für Gesundheitsfragen

In den nächsten Ausgaben bietet der Apotheken Kurier seinen Lesern den Service, der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) Fragen zu medizinischen und sozialrechtlichen Themen stellen zu können und interessante Fragen und Antworten anonym zu veröffentlichen.

 

 

Die UPD (www.patientenberatung.de) ist eine gemeinnützige Einrichtung, die im gesetzlichen Auftrag (§ 65b Sozialgesetzbuch V) Ratsuchende aus ganz Deutschland zu medizinischen oder sozialrechtlichen Themen berät – unabhängig davon, ob sie gesetzlich, privat oder gar nicht versichert sind.

  • Wenn auch Sie Fragen zu medizinischen oder sozialrechtlichen Themen an die UPD haben, schicken Sie diese bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, damit wir sie weiterleiten können. Alternativ können Sie sich auch unmittelbar über die unten angegebenen Kontaktdaten an die UPD wenden.

 

Frage eines Patienten: Meine Frau und ich (64 und 71 Jahre alt) haben keine Patientenverfügung. Wir sind beide gesund und treiben noch immer regelmäßig Sport. Bislang waren wir deshalb der Meinung, wir brauchen so etwas nicht. Unser Sohn ist anderer Meinung. Er drängt uns immer wieder, eine Patientenverfügung aufzusetzen. Wir haben uns deswegen sogar schon gestritten. Hat er Recht?

 

Heike Morris, Juristische Leiterin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD): Bei der Entscheidung für oder gegen eine Patientenverfügung gibt es kein Richtig oder Falsch. Letztlich geht es um die Frage, ob Sie Vorsorge treffen wollen für den Fall, dass Sie nicht mehr allein entscheiden können.

 

Sie bestimmen, was mit Ihnen geschieht

In Ihrer Patientenverfügung legen Sie im Voraus fest, welche Behandlung Sie im medizinischen Ernstfall wünschen. Ein solcher Ernstfall liegt vor, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, bewusst zu entscheiden und zu sagen, was Sie möchten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie nach einem Unfall im Koma liegen.

 

Je konkreter, desto besser

Je genauer Sie beschreiben, in welchen Situationen (z.B. „ich mich in einem unabwendbaren Sterbeprozess befinde …“, „infolge einer Gehirnschädigung … unwiederbringlich erloschen sind“) Sie wie behandelt werden möchten – ob Sie beispielsweise lebenserhaltende Maßnahmen wünschen oder nicht – desto wahrscheinlicher ist, dass Ihre Vorgaben im Ernstfall berücksichtigt werden. Aussagen wie „Ich will nicht an Schläuchen hängen“ oder „Wenn mein Leben einmal nicht mehr erträglich sein sollte“ sind nicht konkret genug. Sie können etwa festlegen, dass Sie nach einer schweren Gehirnschädigung, die Ihre Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und Kontakt zu Menschen aufzunehmen, unwiederbringlich zum Erliegen gebracht hat, nicht künstlich ernährt werden wollen, dies bei schwerer Demenz mit weit fortgeschrittenem Abbauprozess des Hirns aber erlauben. Bitten Sie Ihren Hausarzt, Sie zu beraten – schließlich kann man nur das beschreiben, was man versteht.   

 

Was ist Ihnen wichtig?

Eine Patientenverfügung wird nie abschließend alle Situationen regeln können, in denen sie zum Einsatz kommen kann. Aber: Sie soll aufzeigen, wie Sie entscheiden würden. Geben Sie den Menschen, die Ihre Patientenverfügung im Ernstfall als Entscheidungsgrundlage heranziehen, die Möglichkeit, zu verstehen, was Sie möchten. Wie ist Ihre Einstellung zu Leben, Krankheit und Sterben? Wovor haben Sie Angst? Welchen Einfluss hat Ihr Glaube auf gesundheitliche Entscheidungen? Je mehr Rückschlüsse Ihre Patientenverfügung zulässt, desto besser können Ärzte und Pflegekräfte rekonstruieren, was Sie gewollt hätten.

 

Vorlagen, die Sie nutzen können

Sehr hilfreich ist aus meiner Sicht die Broschüre „Patientenverfügung“, die Sie kostenlos auf der Website des BMJV herunterladen können:

www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Patientenverfuegung.html

 

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass es nicht möglich sein wird, all Ihre Fragen im Heft zu beantworten. Bei Bedarf können Sie sich deshalb direkt an die UPD wenden: kostenfrei unter   > 0800 0 11 77 22 (montags – freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr, samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr).

 

 

 

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