©YakobchukOlena_AdobeStock

 

Allergien, Neurodermitis, Schuppenflechte und Co.

 

Rund zwei Quadratmeter nimmt unsere schützende Oberfläche ein. Das ist eine recht große Fläche, die vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt ist. Kontaktekzeme, Allergien, Neurodermitis oder Schuppenflechte gehören zu den Erkrankungen, die die Haut betreffen können.

 

Bei einem Kontaktekzem reagiert die Haut bei Kontakt auf bestimmte, hautschädigende Stoffe. Bei einer Allergie reagiert sie auch auf eigentlich harmlose Stoffe. Beide führen zu Hautrötungen, Bläschen, oft verbunden mit Juckreiz. Oft verläuft der Erstkontakt mit einem Allergen (= allergieauslösender Stoff) unauffällig. Die Reaktion setzt dann bei wiederholtem Kontakt ein, manchmal reagiert die Haut auch erst nach Jahren auf Substanzen, die sie bis dahin problemlos vertragen hat. Eine Allergie kann lokal begrenzt auftreten oder sich über den ganzen Körper ausbreiten. Wer weiß, auf welche Stoffe seine Haut reagiert, kann sie meiden, beispielsweise durch das Tragen von Handschuhen oder durch den Wechsel zu anderen Produkten. Wenn unklar ist, woher die Beschwerden kommen, kann der Allergologe eventuell mit einem Test die Ursache ermitteln. Akute Kontaktekzeme können kurzfristig mit kortikoidhaltigen Salben oder Cremes behandelt werden, bei starkem Juckreiz hilft auch die Einnahme von Antihistaminika.

 

Neurodermitis ist eine stark juckende, chronische Entzündung der Haut. Sie entsteht oft schon im Säuglingsalter, etwa ab dem dritten Lebensmonat, und wird dann „Milchschorf“ genannt. Sie geht mit Hautrötungen, juckenden Bläschen im Gesicht und auf der Kopfhaut einher. Manchmal verschwindet das Säuglingsekzem mit dem Eintritt in die Pubertät, manchmal bleibt es oder tritt überhaupt erst im Erwachsenenalter auf. Häufig steht Neurodermitis mit einer grundsätzlichen Allergieneigung in Zusammenhang. Ihre genaue Ursache ist nicht bekannt. Vermutet werden Zusammenhänge mit bestimmten Nahrungsmitteln. Sicher ist, dass starke psychische Belastung Neurodermitis-Schübe auslöst. Behandelt wird auch hier kurzfristig mit Kortisonsalben, um die Entzündung zu hemmen, und mit Antihistaminika. Heilklimatische Aufenthalte am Meer oder in Höhenluft über 2.000 Meter  haben ebenfalls günstige Effekte.

 

Kennzeichen der Schuppenflechte (Psoriasis) sind rötliche Hautflecken unterschiedlicher Größe, die mit silbrigen Schuppen bedeckt sind, aber nicht jucken. Knie, Ellbogen oder Kopfhaut sind häufig betroffen. Auch Fingernägel können befallen sein, die sich verdicken und verfärben. Psoriasis ist eine erblich bedingte Erkrankung, bei der sich die Hautzellen überdurchschnittlich schnell erneuert. Die Erkrankung ist nicht ansteckend, aber oft sehr auffällig und dadurch stigmatisierend. Behandelt wird beispielsweise mit teerhaltigen oder salizylsäurehaltigen Mitteln, um die Schuppen zu lösen, mit UV-Bestrahlung oder kurzfristig mit Kortison. Außerdem gibt es noch Medikamente zur äußerlichen Anwendung, die allerdings die Haut stark verfärben, weshalb die Akzeptanz bei Betroffenen nicht so besonders hoch ist. Ferner eine medikamentöse Therapie in Verbindung mit UV-Licht. Viele Betroffene verbringen ihren Urlaub am Toten Meer, weil die Kombination des Meersalzes mit UV-Licht ihr Leiden lindert.

 

Wer an einer Hauterkrankung leidet, sollte jedoch nicht nur nach dem besten Medikament suchen, sondern auch einen kritischen Blick auf seine Lebensumstände werfen. Ob und wie intensiv die Beschwerden auftreten, hängt oft auch mit der Psyche zusammen. Etwas mehr Ruhe im Leben beruhigt auch oft die Haut.

 

 

 Startseite