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Kinder und Diabetes

– Therapieformen und der Umgang mit der Krankheit

 

Die Diagnose Diabetes bei Kindern bedeutet die Neuorganisation des Alltags – ab sofort müssen Kohlenhydrate ausgerechnet, muss Insulin dosiert und der Blutzucker regelmäßig gemessen werden. Betroffene Kinder benötigen hierfür nicht nur die Unterstützung ihrer Eltern und Ärzte, sondern auch die der Erzieher(innen) und Lehrer(innen).

 

Kinder erkranken immer häufiger an Diabetes Typ 2, aber vor allem auch an Diabetes Typ 1. Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern.

Wird Typ-1-Diabetes festgestellt, sind eine lebenslange Insulintherapie sowie Unterstützung durch spezialisierte Ärzte, Diabetesfachpflege und Ernährungsberatung nötig. Die Therapie von Diabetes-Typ-2 besteht aus einer Kombination von Medikamenten und gesunder Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und ggf. Gewichtsreduktion. Je besser der Zuckerhaushalt durch die Behandlung eingestellt ist, desto weniger Folgeschäden verursacht der Diabetes. Zunächst ist es am wichtigsten, den Kindern und ihren Eltern den Umgang mit dem Insulin, der Insulinpumpe, das Blutzuckermessen mit dem Messgerät und den Zusammenhang mit der Ernährung zu erklären. Außerdem müssen sie die Vorgehensweise bei Über- oder Unterzuckerung erlernen.

 

Auch Pädagogen müssen geschult werden

Doch diese Informationen sind nicht nur für Zuhause bedeutsam. Auch im Kindergarten und in der Schule muss das Personal über die Erkrankung aufgeklärt und geschult werden – dazu gehört auch der Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Erzieher und Lehrer müssen über den Umgang mit der Insulinpumpe Bescheid wissen, über Erste-Hilfe-Kenntnisse verfügen und im Notfall richtig reagieren. Das gilt insbesondere auf Ausflügen oder z. B. beim Skikurs. Gerade Sportlehrer müssen sich dann Wissen über die notwendige Balance zwischen Bewegung, Insulin und Kohlenhydraten aneignen.

Deshalb muss das Lehrpersonal im Umgang mit jungen Diabetikern unterstützt werden, idealerweise durch diabetesspezifische Weiterbildungen. Optimal ist der Einsatz von Schulkrankenschwestern oder medizinisch ausgebildeten Schulassistenten, wie sie in vielen Ländern bereits tätig sind. Doch nicht nur auf das Fachwissen kommt es an, sondern auch auf die Erinnerung an die Blutzuckermessung, Rücksicht auf notwendige Messungen und nicht zuletzt Verständnis für die krankheitsbedingten Bedürfnisse.

 

Kontakt mit  anderen Diabetikern ist hilfreich

Grundsätzlich ist es das Ziel, allen Beteiligten ein nahezu normales Leben zu ermöglichen und darauf hinzuweisen, dass Diabetiker bei korrekter Therapie eine normale Lebensqualität und Lebenserwartung haben.

Ein wichtiger Punkt ist auch, dem betroffenen Kind schrittweise die Verantwortung für seine Gesundheit zu übertragen und ihm zu vertrauen, auch wenn das nicht leichtfällt. Das klappt im Allgemeinen aber sehr gut und viele junge Diabetiker sind dadurch oft reifer als gesunde Kinder. Hilfreich ist hier zudem ganz besonders der Kontakt zu gleichaltrigen Diabetikern, da dies den Umgang mit der Erkrankung wesentlich erleichtert.

 

 

 

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