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Diabetes – das  Risiko nächtlicher Unterzuckerung!

Unterzuckerungen (Hypoglykämie, kurz „Hypo“) können Diabetiker akut gefährden. Besonders kritisch ist es, wenn Diabetiker selbst nicht merken, dass ihr Blutzuckerspiegel sinkt – was vor allem bei nächtlichen Hypoglykämien relativ häufig vorkommt.

 

Eine Hypoglykämie wird definiert als eine Absenkung der Blutglukosekonzentration unter den physiologischen Wert von 3,3 mmol/l (60 mg/dl). Jeder Blutzuckerwert darunter und auch jede gefühlte Hypoglykämie ist eine Unterzuckerung. Für eine „Hypo“ gibt es zahlreiche Ursachen: eine zu hohe Dosis Insulin oder die Überdosierung bestimmter Antidiabetika wie Sulfonylharnstoffe oder Glinide. Metformin, Insulin-Sensitizer und Inkretin-Mimetika sowie Gliptine weisen dagegen kein klinisch relevantes Risiko auf. Der Verzicht auf eine Mahlzeit, körperliche Belastung, Stress oder Aufregung können ebenfalls Auslöser für eine Hypoglykämie sein, ebenso wie Alkohol, Magen-Darm-, Nieren- und Lebererkrankungen.

 

Albtraum als Hinweis

Hypoglykämien treten gehäuft in der Nacht auf, meist zwischen 2 und 3 Uhr morgens. Während sich diese tagsüber durch Zittern, Konzentrations-, Sprech- und Sehstörungen, Benommenheit sowie Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit äußern, wachen die Patienten bei einer nächtlichen Unterzuckerung oft nicht auf. Hinweise auf eine unbemerkte nächtliche Hypoglykämie sind z. B. sehr hohe Nüchtern-Blutzuckerspiegel am Morgen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, nächtliche Schweißausbrüche sowie Albträume. Grundsätzlich wird zwischen leichter und schwerer Hypoglykämie unterschieden: Bei einer leichten Hypo können sich die Diabetiker aus eigener Kraft helfen. Eine schwere Unterzuckerung ist immer ein Notfall, der mit Bewusstlosigkeit und ggf. Krampfanfällen einhergeht. Die Patienten sind in diesem Fall stets auf Fremdhilfe angewiesen. Bei eingetrübten Patienten werden keine Glukosegaben verabreicht, da die Gefahr der Aspiration besteht.

 

Maßnahmen bei Hypos in der Nacht

Diabetiker und idealerweise auch deren Angehörige müssen Warnzeichen einer Hypoglykämie rechtzeitig erkennen und richtig reagieren – wichtig sind deshalb sorgfältige Schulungen. Mit regelmäßigen Blutzuckermessungen können sinkende Blutzuckerwerte frühzeitig entdeckt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. So sollte zwischen 2 und 3 Uhr eine Blutglukosemessung durchgeführt werden. Die Basisinsulindosis sollte reduziert und ggf. auf langwirkende Präparate umgestellt werden. Der letzte Blutglukosewert vor dem Schlafengehen sollte nicht unter 6,6 mmol/l (120 mg/dl) liegen.

 

Diabetiker, die die Unterzuckerung bewusst erkennen, können einer Unterzuckerung mit der Aufnahme von Kohlenhydraten entgegenwirken. Geeignet sind Traubenzucker, Fruchtsäfte und gezuckerte Limonade, da diese rasch resorbiert werden. Schokolade braucht dagegen zu lange, um den Blutzucker anzuheben. Auch Diät- und Zerogetränke sind ungeeignet.

 

 

 

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