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Augen und Diabetes

Im Verlauf einer Diabetes-Erkrankung können Komplikationen und Spätfolgen auftreten, denn durch den erhöhten Blutzuckerspiegel kommt es über längere Zeit zu einer Schädigung von kleinen Blutgefäßen, was Durchblutungsstörungen z. B.  in den Extremitäten sowie auch in der Netzhaut zur Folge haben kann. Diese Minderdurchblutung kann unbehandelt zu Sehverschlechterungen bis hin zur Erblindung führen. Subjektive Beschwerden treten meist erst spät auf. Wichtig für  eine erfolgreiche Therapie ist daher die Früherkennung durch die regelmäßige vorsorgliche Untersuchungen beim Augenarzt.

 

Diabetische Retinopathie und Doppelbilder

Nach der altersbedingten Makuladegeneration stellt die sogenannte diabetische Retinopathie die zweithäufigste Ursache für Sehbehinderungen oder Erblindung in der Altersgruppe der 20- bis 70-Jährigen in Europa und Nordamerika dar. So sind nach 15 bis 20 Jahren Erkrankungsdauer über die Hälfte aller Diabetiker von Veränderungen an den Augen, vor allem an der Netzhaut, betroffen. Da sich die diabetische Retinopathie erst in fortgeschrittenen Stadien mit einer Einschränkung des Sehvermögens äußert, sind sich Betroffene ihrer Erkrankung lange Zeit nicht bewusst.

Bedingt durch die erhöhte Infektionsanfälligkeit sind Diabetiker zudem häufiger von Entzündungen im Bereich der Augenlider betroffen. Auch das plötzliche, meist vorübergehende Auftreten von Doppelbildern kann vorkommen, bedingt durch Durchblutungsstörungen mit Beeinträchtigung der für die Augenmuskeln zuständigen Nerven. Die altersbedingte Trübung der Linse („grauer Star“) tritt bei Menschen mit Diabetes häufiger und früher auf. Insbesondere ein akuter und starker Blutzuckeranstieg kann durch eine Quellung der Linsen eine vorübergehende Sehverschlechterung verursachen.

 

Erfolgreiche Therapie durch Fortschritte in der Medizin

Rechtzeitige Therapiemaßnahmen können durch Diabetes bedingte Schäden am Auge teilweise verhindern oder zumindest verzögern. Im Vordergrund steht dabei die strikte Blutzuckereinstellung und -stablisierung. Grundsätzlich ist die Lasertherapie ein wichtiges Element in der Behandlung diabetischer Netzhautveränderungen; schonende Laserverfahren reduzieren langfristig das Risiko eines schweren Sehverlustes. Nachteile der Behandlung umfassen manchmal Gesichtsfelddefekte oder Störungen des Nachtsehens, wodurch auch die Fahrtauglichkeit gefährdet sein kann. Ein vielversprechender neuer Ansatz sind nahezu schmerzlose Injektionen direkt in den Glaskörperraum des Auges (intravitreale Medikamenteneingabe). Diese Behandlung wirkt zwar nur kurzfristig (ein bis drei Monate), kann aber wiederholt werden und führt zu einer raschen Erholung der Sehschärfe und vorläufigen Stabilisierung der Netzhaut, bis eine langfristige Stabilität des Sehens mit Laser und besserer Diabeteseinstellung erreicht wird. Chirurgische Verfahren werden damit deutlich weniger häufig eingesetzt und meist erst dann, wenn alle medikamentösen Optionen ausgeschöpft sind.

 

Fazit: Optimale Therapieerfolge werden durch Früherkennung und frühzeitige Behandlung erzielt. Diabetiker sollten deshalb mehrmals jährlich eine Kontrolle der Netzhaut beim niedergelassenen Augenarzt durchführen lassen.

 

 

 

 

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